Internet vertreibt den Fernseher aus dem Wohnzimmer

fernseher 150x150 Internet vertreibt den Fernseher aus dem WohnzimmerInwiefern wird das Leitmedium in deutschen Haushalten heute vom sich stets weiterentwickelnden Internet bedroht? Hinlängst stellte der Microsoft-Deutschland-Chef
Achim Berg in einem Interview mit dem Tagesspiegel die These auf: ,,Der klassische Fernseher ist tot, er weiß es nur noch nicht.” Doch warum ist die Fernsehbranche am straucheln?

Den größten Schwachpunkt in den Einnahmen des Fernsehens stellt die Werbung dar. In den letzten Jahren ist eine Migration der Werbung vom Fernsehen ins Internet zu beobachten. Im Jahr 2012 sollen fünf Prozent der im Fernsehen gesendeten Werbespots als Webvideo-Formate in das
World Wide Web verschoben werden. Dies stellt eine gefährliche Lücke der Einnahmen, die sich auf 200 Millionen Euro beläuft für die Free-TV Sender dar. Sind sie schließlich von der Werbung als Einnahmequelle abhängig.

Diese sich immer erweiternde Lücke der Einnahmen führt zu einer sinkenden Attraktivität der Free-TV Sender, da ihnen die Möglichkeiten zur Programmgestaltung fehlen. So werden nun weniger Hollywood Blockbuster, sondern in Deutschland produzierte Familienshows oder billigere Serienformate Made in America ausgestrahlt. Mit mäßigem Erfolg werden viele neu eingekaufte Sendungen aufgrund zu niedriger Quoten eingestellt. Dies führt zu steigendem Desinteresse der Zuschauer gegenüber dem TV.

Jedoch ziehen die Sender aus den fehlenden Werbeinnahmen ihre Konsequenzen und bauen ihre Webpräsenz aus. So kann man nun auf Free-TV Onlineportalen Serien des Tages zu späterer Zeit im Internet nachholen, sofern man zur gegebenen Ausstrahlungszeit die aktuelle Episode nicht mitverfolgen konnte. Hinzukommend bemühen sich die Websites der Freien Sender um das Ansprechen von breiten Massen. So werden hier Onlinegames, Foren und die wichtigsten News aus aller Welt Angeboten. Mit dieser Taktik wollen nun auch diese Fernsehportale ihr Stück vom Kuchen aus den ins Internet Werbebudgets haben, in dem sie z.B. vor den eigenen Webvideos (Serien, Lifestyle etc.) ein Werbevideo einschieben.

Doch wie sieht die Zukunft des Fernsehers aus? Manche vermuten der Fernseher verschwinde langsam aus den Haushalten und die Menschen stützen sich auf das Internet. Doch erst kürzlich besagte eine Studie von MediaResearch, dass der Konsum von Fernsehen im Vergleich zum Vorjahr in sämtlichen Altersgruppen stabil geblieben ist. Jedoch zeigt sich, dass die jüngeren Altersgruppen vermehrt an Webübertragungen teilnehmen.

Weiterhin verzeichnen die Video on Demand und Pay-TV Angebote erhöhten Absatz, da sie für das Publikum attraktivere Formate zu bieten haben, zu vom Zuschauer bestimmten Zeitpunkt. So werden diese Angeboten nun zum Beispiel auch in Deutschland von einer führenden Telefongesellschaft im Paket verkauft plus eines neuen Betriebssystems mit eingebautem Videorekorder.

Es ist also ein zweischneidiges Blatt, das die Zukunft der Free-TV Sender beschreibt. Wenn die Sender es schaffen die Werbeeinnahmen durch Internetpräsenz zu erhöhen, können sie auch wieder das Programm spannender gestalten und erzielen so höhere Einschaltquoten.

(BKay/Bild (c) by wikipedia.org)

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