Das Internet-Protokoll IPv6

Die IP-Adressen gehen zur Neige. Von den aktuell vier Milliarden Adressen sind nurnoch etwa neun Prozent frei verfügbar. Nun ist es nötig langsam aber sicher auf das neue Protokoll namens IPv6 umzustellen.
Der erste große Vorteil ist schnell gefunden: Es sind fast unendlich viele IP-Adressen verfügbar. Mit dem Nachfolger des IPv4 sollen für jeden Quadratmillimeter der Erde ganzue 667 Billiarden IP-Adressen zugeordnet werden können. Und das wird wohl für eine Weile ausreichen.

Umstellung von IPv4 auf IPv6

Die größte Hürde der Umstellung ist es, den richtigen Zeitpunkt für diese zu finden. Webhostern wird geraten, neben dem aktuellen IPv4 auch das neue IPv6-Protokoll im Parallelbetrieb laufen zu lassen, um die Infrastruktur für den Übergang besser vorzubereiten und bereits im Vorraus eventuelle Probleme auszumerzen.
Zum Anfang hin werden wohl erst Unternehmensanwendungen umgestellt und evtl. Parallelangebote. Erst zum Schluss werden Provider und Anbieter von Root-Server oder vServern mitziehen. Dann wird auch der positive Nutzen für den Anwender sichtbar: Jedes Endgerät des Nutzers könnte mit einer IP-Adresse ausgestattet werden. So würde man das ganze Heim vernetzen können.

Den Datenschützern ein Dorn im Auge

Das Problem: Viele Datenschützer stellen sich quer. Und das zu Recht: Man könne mit dem neuen Protokoll jeden Seitenaufruf erfassen und dem einzelnen Nutzer zuordnen. Es wäre zwar möglich auch in Zukunft wechselnde Adressen zu verwenden, aber dies findet bei den Providern wenig anklang. Das sogenannte “anonyme Surfen” ist dann entgültig Geschichte.

Übersicht adé

Für den Nutzer umständlich: die neuen IP-Adressen würden auf 16-stellige Ketten anwachsen und im Gegensatz zu den aktuellen Schreibweise kaum zu merken sein. Die 128Bit Adresslänge wird zu hexadezimal Zahlen zusammengefasst und mit Doppelpunkten getrennt.

Sonderbehandlung für Multimedia-Anwendungen

Momentan sind unter IPv4 Multimedia-Anwendungen wie beispielsweise Internet-Telefonie und Video-Streams von der verlustfreien Übertragung der einzelnen Pakete abhängig. Eine “Sonderbehandlung” wie für IPv6 geplant ist, gibt es hier nicht. Für das neue Protokoll soll es ein sogenanntes Flow Label geben, was durch eine Kennzeichnung der Pakete eine spezielle Behandlung durch IPv6-Router möglich macht.

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